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Das Saarland im Focus.



Wen wundert es, dass im übrigen Deutschland das Saarland ganz anders gesehen wird als es ist, wenn selbst viele Saarländer nicht um die Wirrungen der Vergangenheit des Saarlandes wissen.

Das Saarland und seine wechselreiche Geschichte.



Es kommt gar nicht so unoft vor, dass in weiten Teilen Deutschlands geglaubt wird im Saarland würden die Bewohner Französisch sprechen. So ist es dem Auto selbst schon passiert, dass er, befragt nach seiner Herkunft, gefragt wurde, wieso er denn so gut Deutsch spreche. Gut, das mögen Ausnahmen sein, aber es zeigt, dass vielfach ein falsches Bild des Saarlandes vorliegt.

Der Name der Landeshauptstadt Saarbrücken leitet sich vom Namen der Burg Sarabruca ab, die vor ca. 1000 Jahren von Kaiser Otto dem Dritten dem Königshof Völklingen zum Geschenk gemacht wurde.

Na, wer hätte das gedacht? Völklingen, welches vor Jahren mal über eine von einem Fernsehsender durchgeführte Befragung zur 
hässlichsten Stadt Deutschland gewählt wurde, war mal Sitz eines Königs.

Später regierten die Grafen von Nassau-Saarbrücken das Gebiet der heutigen Landeshauptstadt. Deren Herrschaft wurde dann die Truppen der französischen Revolution 1815 beendet. Das Gebiet des heutigen Saarlandes wurde unter den Preussen, den Bayern, Sachsen und Oldenburg aufgeteilt.

1870 folgte die Einnahme von Elsass-Lothringen durch das deutsche Reich, deren Höhepunkt die Schlacht von Spichern (Spicheren) war.

Heute erinnern daran auf dem Spicherer Berg noch die Soldatenfriedhöfe und das über der Stadt stehende Kreuz als Mahnmal.

Dort wo sich einst Franzosen und Deutsche die Köpfe einschlugen findet sich heute ein bei Deutschen und Franzosen sehr beliebtes Ausflugslokal mit grossem Biergarten.

Eine im Versailler Vertrag für das Saarland vorgeschriebene Volkabstimmung Anfang 1935, in der sich die Saarländer für Deutschland entscheiden, führt zur Wiedereingliederung des Saarlandes in das deutsche Staatsgefüge.

1947 wird das Saarland nun wieder wirtschaftlich an Frankreich angegliedert, erhält aber eine begrenzte Selbstständigkeit.

Das Saarland sollte ein europäisches Statut erhalten, Autonomie, welches wiederum 1955 von den Saarländern mit Mehrheit abgelehnt wurde, was 1957 zur Wiedereingliederung in die Bundesrepublik Deutschland führte.

Seitdem hat sich an diesem Status nichts mehr geändert.


Das Saarland, wie es gesehen wird und wie es wirklich ist.



Noch immer findet sich ausserhalb des Saarlandes vielfach das Bild des von der Schwerindustrie geprägten Landes. Von der ehemaligen Schwerindustrie ist jedoch nicht mehr viel vorhanden. Die Halberger-Hütte hat sich mittlerweile zu einem weltweit agierenden Konzern gewandelt. Dunkle Rauchwolken über Brebach gehören lange der Vergangenheit an.

Und aus einem Moloch der Schwerindustrie an der Saar, wurde mittlerweile ein Weltkulturerbe. Die Anlagen der frühen Industriealisierung, die Anlagen der Völklinger Hütte, sind heute zu begehen und vermitteln vor Ort einen teilweise beklemmenden, unter die Haut gehenden Eindruck darüber, unter welchen Bedingungen die Menschen dort vor vielen, vielen Jahren 
ihren Lebensunterhalt verdienen mussten. Nur wer die zum Teil gigantischen Maschinen mit eigenen Augen sieht, kann sich einen 
ungefähren Eindruck davon machen, welche Lautstärke geherrscht haben muss und wie gefährlich die Arbeit gewesen sein muss.

Das Gelände des Weltkulturerbes, die ehemaligen Hüttenwerke und Arbeitshallen sind heute beeindruckende Hintergründe für weltweit Aufmerksamkeit erregende Veranstaltungen und Ausstellungen.


Immer einen Besuch wert, die Webseite: www.voelklinger-huette.org/

Das Saarland ist heute ein grünes Land (nicht politisch), dass so gar nichts mehr mit dem gemein hat, was man sich unter einem ehemaligen Industriestandort vorstellt.

Der Saarländer ist natürlich geprägt durch die Nähe zu Frankreich und natürlich auch aufgrund der wechselreichen Vergangenheit.

Wer aber nun glaubt, im Saarland ein "kleines Frankreich" zu finden, muss feststellen, dass die Saarländer eine angenehme Symbiose gefunden haben, die nicht lediglich übernommen hat. Die Lebensart der Franzosen, der sprichwörtliche französische Charme, die weltweit geliebte französische Küche, alles findet sich im "Saarländer" wieder.

Die Menschen im Saarland sind offen und gastfreundlich. Kontakt zu Einheimischen zu finden ist im Saarland ein Leichtes.

Wer Frankreich sehen und erleben will hat es nicht weit. Die Grenze verläuft praktisch am Stadtrand von Saarbrücken. Der Übergang ist fliessend, jedoch stellt sich dem Besucher nach Überqueren der Grenze sofort ein anderes Ambiente dar. Die französische Seite unterscheidet sich doch erheblich von dem in Deutschland gewohnten Stadtbild und stellt sich eher schon mitteran südländisch dar.

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